MSV-Kapitänin Oster freut sich auf die Zukunft im Zebra-Trikot

Am kommenden Sonntag, 16. Februar 2014, gibt es im PCC-Stadion in Homberg eine Premiere: Unsere Bundesliga-Fußballfrauen laufen um 14 Uhr erstmals in der Liga im Zebra-Trikot auf. Beim ersten Heimspiel lädt der MSV alle Fans, Mitglieder und interessierte Fußballfreunde zu einem kostenlosen „Schnuppertag“ ins Stadion (Fassungsvermögen 5.000 Zuschauer, Einlass nur am Spieltag) ein. Gespannt auf diese Partie blickt auch die erste Zebra-Kapitänin: Jennifer Oster. Im Interview spricht die 27-Jährige über Komplimente, Kampf und Kopfkino.

Im Januar gab es die Premiere: Beim DFB-Hallenturnier in Magdeburg habt ihr erstmals im Zebra-Trikot gespielt. Wie hat sich das angefühlt?

Zum ersten Mal als MSV aufzulaufen, war ein besonderer Moment, den wir wohl alle nach der langen Zeit der Ungewissheit genossen haben. Die Trikots sind schön. Wir haben für das Outfit auch von den Spielerinnen der anderen Mannschaften Komplimente bekommen.


Wie war vor dem Übertritt deine Beziehung zum MSV?

Ich habe ein paar Spiele gesehen, aber ich war keine regelmäßige Stadiongängerin. Oft überschnitten sich auch unsere Spieltermine. Ein paar Spieler kenne ich durch meine Arbeit als Physiotherapeutin bei Vita Sport.


Du hast deinen größten sportlichen Erfolg 2009 bei uns in der Schauinsland-Arena vor mehr als 28.000 Zuschauern gefeiert. Im UEFA-Cup-Endspiel habt ihr damals Swesda Perm besiegt. Denkst du noch oft an diesen Tag?

Ja, das Spiel werde ich nie vergessen. Ich erzähle auch manchmal unseren jungen Spielerinnen davon. Das war ein einmaliges Erlebnis.


Bajramaj, Laudehr, Krahn, Bresonik, Grings, Fuss und Popp spielten damals noch für den FCR. Alle Top-Spielerinnen sind nach und nach gegangen. Ist es nicht frustrierend, wenn die sportlichen Ambitionen von Jahr zu Jahr sinken?

So ist der Lauf der Dinge. Man sollte nicht immer nur zurückschauen. Alles hat seine Zeit. Aber es stimmt, für mich war die Umstellung riesengroß. Als ich in die erste Mannschaft kam, waren viele Nationalspielerinnen da. Die Qualität unseres Spiels stieg stetig, und die Erfolge kamen auch. Zweimal hintereinander wurden wir Pokalsieger, als Krönung gewannen wir den UEFA-Cup. Und plötzlich kommt der Bruch. Innerhalb von zwei, drei Jahren sind alle Nationalspielerinnen weg. In relativ kurzer Zeit musst du den Blick nach unten richten. Doch auch das bringt schöne Erfahrungen mit sich, auch wenn die Erfolge auf einmal andere sind. Jetzt freuen wir uns eben wahnsinnig über einen Sieg in München.


Hast du selbst mal daran gedacht, den Verein zu wechseln?

Für mich war immer klar: Wenn es hier weitergeht, werde ich bleiben.


Wo liegt der größte Unterschied, ob man um den Titel oder gegen den Abstieg spielt?

Wenn du unten stehst, hast du das Gefühl, dass alles gegen dich läuft. Auch das Spiel ist ein anderes: Wir sind jetzt mehr auf Kampf und Laufbereitschaft gepolt. Als Spitzenmannschaft kannst du dagegen viele Situationen spielerisch lösen. Wichtig ist, den richtigen Schalter im Kopf zu finden: Nicht aufgeben, wenn du in Rückstand gerätst, sondern weiterkämpfen. Noch vor zwei Jahren sind wir gegen die gleichen Kontrahenten in Führung gegangen, gegen die wir heute einem 0:1 oder 0:2 hinterherrennen. Und man muss lernen, zu verlieren, ohne zu resignieren. Niederlagen gab es für uns früher - wenn überhaupt - nur gegen Frankfurt oder Potsdam.


Du bist in der Mannschaftshierarchie innerhalb kurzer Zeit nach oben gerutscht. Wie haben sich deine Aufgaben im Team verändert?

Auf dem Platz waren früher andere gefragt. Heute gucken alle auf mich, ich muss herausstechen und vorangehen, wenn wir im Spiel eine schwierige Phase haben. In die Führungsrolle, auch außerhalb des Platzes, wächst du hinein. Ich muss Vorbild sein, jüngeren Spielerinnen auch mal Tipps geben, wenn sie zu mir kommen. Ich habe da viel von früheren Führungsspielerinnen wie Annike Krahn und Inka Grings gelernt.


Hat sich die ungewisse sportliche Zukunft auf eure Leistungen in der Hinrunde ausgewirkt?

Das ist schwierig zu sagen. Die Situation war sehr belastend, und beim Fußball spielt sich - wie schon erwähnt - viel im Kopf ab. Gerade in den zurückliegenden beiden Spielen gegen Bayern und Jena war die Stimmung sehr gedrückt, weil es so aussah, als ginge es nicht weiter. Doch ausgerechnet da haben wir uns zusammengerissen, alles gegeben und sechs Punkte geholt.


Was wird sich für euch Spielerinnen durch den Wechsel zum MSV ändern?

Es gibt jetzt für alles einen zuständigen Ansprechpartner. Der MSV ist größer, als es der FCR war, und damit auch professioneller strukturiert. Aber sonst wird sich nicht viel ändern. Wir trainieren und spielen weiterhin an den uns bekannten Stätten.


Welche Zuschauerentwicklung erwartest du in Duisburg?

Das kann ich nicht prognostizieren. Wir hatten schon mal einen Schnitt von etwa 1500 Zuschauern. Der ist gesunken, seit wir nicht mehr so erfolgreich spielen. Es wäre natürlich schön, wenn wir den einen oder anderen MSV-Fan zusätzlich ins Stadion locken könnten. Letztlich hängt das von unserer Leistung ab. Wenn die stimmt, kommen auch die Zuschauer.


Was können die Fans von euch in der Rückrunde erwarten?

Auf jeden Fall eine leidenschaftliche und engagierte Leistung. Unsere mittelfristige Zukunft ist gesichert, die Sorgen sind weg.
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